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Was Hunde von Meerschweinchen halten

so lange ist es noch nicht her, als ich wenig Meeris hatte. Da kam Jabberwocky Husky-Opi und einiges von mir gewohnt noch an, wenn ich mit dem Caddy nach Hause kam.

"Wen hast Du mitgebracht", fragte er, schnüffelte am Caddy und begrüßte das neue Schwein. Sah zu, wie ich es zu den meinen setzte, machte die obligatorische Nase-zu-Nase-Begrüßung, denn das ist ungeschriebenes Gesetz unter Meeris und Hunden. Sie mögen noch so Angst vor Menschen haben, Hunde sind nicht gruselig und man sagt sich artig Hallo und stellt sich vor.

Dann kamen die Anbauten und Jabberwocky hasst Veränderung seiner Wohnung. Und jedes mal stellte er fest: "Oh, wieder nicht für mich?"

Doch, er bekam wenigstens ein neues Bett. Immerhin, sagte sich Jabberwocky.

Früher kam Besuch und sie sagten sofort Hallo zu Jabberwocky. Heute kommt Besuch und all die Leute sagen nur Hallo zu den Meeris. Jabberwocky bekommt Depressionen. Deswegen bekommt Besuch nun erst einmal ein Stinkileckerli in die Hand gedrückt mit der Anweisung: "Geben Sie das erst meinem Hund, sonst dürfen Sie nicht rein". Ich nehme keine Rücksicht darauf, ob sich die Leute vor Hunden fürchten oder ekeln. Wer Meeris gucken will, muß da durch.

Wenn ich die Meeris sauber mache, dann blickt Jabberwocky genervt. Es ist erstaunlich, wie deutlich ein Hund seine Augen verdrehen kann, sich demonstrativ seufzend hinsetzt und dabei noch vorwurfsvoll guckt. Wieder verwandelt sich seine Wohnung vorübergehend in eine Müllhalde. Er verzieht sich ins Bett. Nicht in seins, sondern in meins. Läuft gelegentlich betont durch herumstehende Meerieinrichtungsgegenstände, stolpert über die Schaufel, verteilt die Einstreu noch besser als ich und flüchtet dann wieder ins Bett. In meins. Wenn ich mit den Meeris fertig bin, geht er auf Inspektion. Wirklich alle Mülltüten weg? Schön gesaugt? Ja? Gut, dann kann er wieder in sein Bett.

Wenn ich den Auslauf aufbaue, legt er die Ohren an. Wieder Unordnung in seinem Sinne in seiner Wohnung. Und dann das kindische Gepopcorne der Schweinchen. Nein, er ist nicht neugierig. "Schaust Du weg?", sagt sein Blick zu mir. "Ja, ich schaue weg", sagt mein Blick zu ihm. "Gut, ich muß nur mal kurz ein bißchen aufstehen", und er erhebt sich und wandert ganz zufällig zu den Meeris. Nur ein bisschen zugucken. Und ein Hallo sagen. Man ist ja höflich als Schweinchen und höflich als Husky. Und ich setze mich dann rein zufällig daneben und dann schaun wir beide zu.

Manchmal macht er seinen Rundgang, geht von Meeri zu Meeri und fragt: "Na Du Knirps, alles ok mit Dir?" Wenn ein Meeri quiekt, weil sie streiten oder ich sie einfange, rennt er an, blickt mich vorwurfsvoll an "wie kannst Du nur" oder schlichtet das Gezicke. Er kann sowas nicht haben. Er ist harmoniesüchtig.

Wenn ich mit dem Caddy die Wohnung betrete, sagt er:"Nicht schon wieder ein Schwein". Aber Hallo sagt er dann dennoch. Ob er manchmal davon träumt, ein Schwein zu sein?


Und die Miez mißbraucht ihn als Kopfkissen. Was für ein Hundeleben;-)




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